Tulare

Die Tulare-Walnuss (seltener: Tulara) wurde im Jahre 1966 an der University of California unter der Leitung von den UC Davis-Professoren Eugene Serr und Harold Forde selektiert. Die Tulare-Sorte, ehemals UC67-11, entstand aus einer kontrollierten Bestäubung zwischen den Walnusssorten Tehama und Serr.

Diese recht junge kalifornische Nussselektion weist die besonderen Merkmale von frühem Produktionseinsatz, Baumvitalität, Schädlings- und Krankheitstoleranz und hoher Nussqualität auf. Der Tulare-Walnussbaum zeichnet sich auch durch hervorragende Produktion in dichter Bepflanzung im Schema der Heckenpflanzung aus. Seit 1995 wird die Tulare-Walnuss in Europa erfolgreich angebaut.

Höhenwachstum / Baumkrone

Tulare ist ein mittelstark wachsender, relativ kleiner Walnussbaum, eher etwas höher als breit. Er wächst mäßig kräftig und ist aufrecht. Der Astwinkel beträgt weniger als 45°, was ihn zu einem aufrechten Baum macht, der sich für das Heckenpflanzsystem oder ein anderes Pflanzsystem mit hoher Dichte eignet. Der Tulare-Nussbaum erreicht gewöhnlich eine Höhe von 8-10 Meter (40 ft.).

Die Rinde ist hellgrau. Die neuen Triebe haben eine grüne Rinde, die sich im Laufe der Saison braun verfärbt. Tulara-Walnüsse haben fiederförmige Blätter mit 5 bis 9 unpaarigen Blättchen. Die Blätter sind eiförmig und verjüngen sich am Ende.

Tulare bildet eine kugelförmige Baumkrone. Der Durchmesser der Krone beträgt zwischen 5 und 7 Meter in der Breite.

Blütezeit / Blattaustrieb

Die Tulare-Walnuss blüht spät, reift aber trotzdem in der Mitte der Saison (im Durchschnitt 12 Tage nach Payne, aber früher als Franquette). Dies ist praktisch die gleiche Blütezeit wie Hartley. Da die Tulare-Sorte eine spätblühende Sorte ist, ist sie damit besonders unempfindlich gegen Spätfröste, und dadurch wenig risikoreich.

Tulare ist eine protandrische Sorte (die männliche Blüte reift etwas vor der weiblichen Blüte). Diese neue Walnusssorte zeichnet sich durch gute Blütenüberlappung aus. Die männliche Blüte überlappt sich bei alten Bäumen und deckt durchschnittlich 80 Prozent der gesamten weiblichen Blütezeit ab. Nahezu alle Triebe von Endknospen und etwa 75 Prozent der Triebe von axillären (seitlichen) Knospen produzieren Pistillatblüten (weibliche Blüten).

Bestäubung

Der Tulare-Walnussbaum ist selbstbestäubend. Die Nähe anderer Walnussbäume erhöht jedoch den Ertrag. Als zusätzliche Bestäubersorten können folgende Sorten verwendet werden: Franquette, Lara, Fernette und Fernor.

Ertrag

Die Tulare-Walnuss ist eine sehr ertragsreiche und besonders früh in Ertrag kommende Sorte. Sie erzeugt regelmäßige hohe und sichere Erträge (aber nicht so hoch wie bei der Chandler-Sorte). Bei der veredelten Tulare-Sorte stellt sich ab dem 2. - 3. Standjahr Fruchtbildung mit dem ersten Ernteertrag ein.

Tulare hat eine hohe Ertragssicherheit durch den lateralen Fruchtansatz. Die Rate der Fruchtabgabe an den Seitenzweigen beträgt 72%. Eine Walnussplantage in voller Produktion produziert ca. 4-6 Tonnen Trockennüsse pro Hektar (bei ca. 200 Bäumen pro Hektar, 7x7 Metern Pflanzabstand). Die Sorte Tulare konnte in Chile Rekorderträge von 11,0 t/ha erzielen. Ein entscheidendes Merkmal von Tulare ist, dass es sich für Heckenpflanzsysteme sehr gut eignet, optimalerweise mit 5 x 6 m. Tulare eignet sich außerdem sehr gut für den Hausgärten, da sie selbstbestäubend ist und nicht gar zu groß wird.

Nussqualität

Die Tulare-Walnuss produziert riesige hochwertige Nüsse mit hervorragendem Walnussaroma und Geschmack. Die Nüsse sind nahezu rund (36 × 40 mm) und am Stielende leicht abgeflacht. Sie haben eine mittlere Textur mit einer guten Versiegelung. Die Nüsse erreichen eine Größe von etwa 14,0−15,0 Gramm und trennen sich sauber aus der Schale. Die Schale ist hell bis bernsteinfarben und im Durchschnitt etwa 1,5 mm dick. Die Furchung der Schale ist dabei nur mittelstark. Sie ist leicht knack- und gut auskernbar. Der Nusskern ist hell (laut Skala 86 % im Helligkeitsgrad) und füllt die Fruchthülle gut aus. Das durchschnittliche Kerngewicht beträgt durchschnittlich 7,1 Gramm. Die auffallend großen Kerne sind leicht und machen gemäß der Einstufungstabelle des US-Landwirtschaftsministeriums über die Hälfte des gesamten Nussgewichts aus (53 % Kernanteil). Der exzellente aromatische Geschmack der Tulare-Walnuss hat einen natürlichen Walnussgeschmack und begeistert jeden Walnuss-Kenner.

Erntezeitpunkt

Die Früchte reifen zwischen Mitte September und Anfang Oktober (18. September – 03. Oktober). Der optimale Zeitpunkt für die Ernte von Walnüssen dieser Sorte ist, wenn 80 bis 90 % der grünen Schalen aufgeplatzt sind.

Krankheitsresistenz

Die Tulare-Walnuss verträgt große Temperatursprünge und Feuchtigkeitsschwankungen, wurzelt aber in einem gemäßigten Klima besser. Der Baum reagiert unempfindlich auf Früh- und Spätfrost und ist auch wenig anfällig auf Bakterienfäule (Xanthomonas campestris pv. juglandis) und Anthraknose (Gnomonia leptostyla).

 

Höhenwachstum

mittelstark  wachsend, halb aufrecht , mäßiges wachstum, aufrecht

Baumkrone

Der Astwinkel beträgt weniger als 45%, was ihn zu einem aufrechten Baum macht. Geeignete im Heckenpflanzsystem oder anderes Pflanzsystem mit hoher Dichte. 

Blütezeit / Blattaustrieb

Blätter 12 Tage nach Payne, Blüte 6-10 Tage nach Payne, aber früher als Cisco und Franquette. Männliche Blütephase überschneidet sich zu 80%  der weiblichen Blüteperiode. 

Nusssorte

Protandrisch - die männliche Blüte reift etwas vor der weiblichen

Selbstbestäubend

ja

Befruchtersorten

 

Fruchtbehang

tritt früh in die Frucht ein, gute Fruchtbarkeit 

Fruchtansatz

72% lateral tragend

Früchte

groß, fast rund

 

Fruchtwand (die Schale bzw. das Perikarp)

weich, dünn, aber dicker als Chandler, gut versiegelt, gefurcht mit fast runder Form (36/40 mm)

Fruchtkerne

Große, gut versiegelte, hochwertige Nuss, hell bis hell bernsteinfarben (ähnlich wie Vina), Gewicht: 7,1 g, ausgezeichneter Geschmack, Der Kern lässt sich leicht von der Schale trennen.

Erntezeitpunkt

18 September − 03 Oktober

Fettgehalt in Nüssen

hoher Fettgehalt

Kernanteil 

47 - 53% mittel

Winterhärte

mittel

Spätfrost

weitgehend spätfrostsicher  mäßig wiederstandsfähig

Trockenheitsresitenz

mäßig wiederstandsfähig 

Krankheitsresistenz

wenig anfällig gegen Antraknose und Bakterienbrand