Fernette

BESCHREIBUNG:

Die Fernette-Walnuss wurde im Jahre 1993 in Frankreich als Kreuzung aus den Sorten Franquette und Lara gezüchtet. Fernette ist eine spät reifende, exzellente aromatische Walnusssorte mit sehr hohen, regelmäßigen Erträgen und guten Befruchter-Eigenschaften. Sie benötigt niedrige Temperaturen im Winter für optimale Erträge. Zu beachten ist die Frostbeständigkeit des Nussbaumes, nicht so sehr gegenüber zu tiefen Winterfrösten, sondern vor allem gegenüber Spätfrösten im Frühjahr.

Höhenwachstum / Baumkrone

Der Fernette-Walnussbaum ist ein mittelstark und aufrecht wachsender Baum. Die aus Frankreich stammende Walnuss benötigt daher weniger Wuchsraum als z.B. das Elternteil Franquette. Der veredelte Walnußbaum erreicht gewöhnlich eine Wuchshöhe von 6 bis 8 m.

Der Ertrag ist bei dieser Sorte hoch, da die Verzweigung hauptsächlich in vertikaler Ebene geschieht. Dadurch gelangt Licht in die Krone, was die Anzahl der Blüten und damit die Anzahl der erntefähigen Nüsse fördert.

Die Blätter wachsen wechselständig. Beim Austreiben kurz nach der Blüte ist das Laub braun-rötlich gefärbt. Es wird im Laufe des Jahres jedoch dunkelgrün. Die Blätter fühlen sich lederig und etwas ölig-klebrig an und duften aromatisch. Sie sind unpaarig gefiedert, d.h. an einer Blattspindel, dem verlängerten Blattstiel, sitzen 5-6 Fiederblättchen mit bis zu 11-14 cm Länge. Das Laub des Walnussbaumes Fernette hat keine besondere Herbstfärbung, sondern fällt im Herbst fahl-grün ab. Die Fernette-Walnuss entwickelt einen pyramidalen Kronenaufbau in der Jugendphase und hat eine eher ausladende, kugelförmige Krone im Alter. Fernette erreicht eine Kronenbreite zwischen 7m und 8m, je nach Art des Schnitts zur Formung der Krone. Ausreichender Lichtgenuss in den Baumkronen fördert die Blüten- und Fruchtbildung. Bei genauerem Ansehen (am besten ohne Blätter) fällt auf, dass man keinen dominanten Wipfeltrieb finden kann. Fernette bildet oft 20 und mehr Wipfeltriebe.

Die Fernette-Walnuss eignet sich für eine Bepflanzung mit hoher Dichte. Vor allem beim Anbau von Fernette für die Nussgewinnung lässt die Auslichtung oft einen Baumabstand von 5x6 Metern – 9x9 Meter zu, wobei beachtet werden sollte, dass der enge Abstand eher für Heckenanbauformen zu wählen ist und der etwas weitere für traditionelle Anbauformen.

Der optimale Baumabstand erzeugt also eine erforderliche Baumzahl pro Hektar von 123 - 330 Walnussbäumen.

Blütezeit / Blattaustrieb

Fernette treibt spät aus und blüht spät. Die Blüte des Walnussbaumes erfolgt zwischen dem 25. April – 05. Mai (hängt von der geografischen Region ab).

Fernette ist eine protandrische Sorte, d.h. männliche Blüten blühen etwas früher als weibliche Blüten. Die männlichen Blüten öffnen sich in bis zu 15 cm langen, walzenförmigen Staubkätzchen, die vorher nackt überwintert haben und deshalb vom Spätsommer bis zum Austreiben immer sichtbarer sind. Dagegen erscheinen die unauffälligen weiblichen Blüten erst beim Austreiben mit den Blättern an den diesjährigen Trieben und zwar am Sprossende zu 1-5 (einzeln oder in Knäulen).

Juglans Regia, die königliche Frucht des Jupiter

Ein später Austrieb schützt in Spätfrostlagen meist vor Schäden. Daher eignet sich Fernette besonders für Gebiete mit niedrigen Wintertemperaturen, späten Frühlingsfrösten oder generell klimatisch ungünstige Lagen in der Ebene wie auch im Mittelgebirge. Zudem hat der Walnussbaum eine gute Frostbeständigkeit.

Bestäubung

Fernette ist dichogam, d.h. männliche und weibliche Blüten des gleichen Baumes decken sich nicht zeitlich zur Befruchtung. Ein guter Bestäuber für Fernette ist Fernor. Es werden etwa 10% Fernor Bestäuberbäume empfohlen.

Fernette ist auch eine gute Bestäubersorte für andere Sorten. Sie zeichnet sich durch die sehr große Pollenmenge aus, was sie zu einem sehr guten Bestäuber für beispielsweise Fernor, Lara oder Chandler macht.

Ertrag

Der Fernette-Walnussbaum hat frühzeitig reiche Erträge (deutlich höher als Franquette). Die Art der Fruchtbildung ist seitlich (Fruchtstand an Seitentrieben). Dies führt zu einem regelmäßigen und sehr hohen Ertrag und ermöglicht dem Baum, bereits ab einem Alter von etwa 4-5 Jahren deutlich Früchte zu tragen.

Der baumfallende Ertrag von einem Baum (5-7 Jahre) beträgt im Durchschnitt etwa 16-20 kg pro Baum, also 2 - 6 Tonnen Trockennüsse je Hektar, je nach Pflanzabstand, Intensivität der Pflege und Qualität des Standortes.

Nussqualität

Die Früchte des Walnussbaums Fernette gehören zu den Allerschönsten und Besten unter allen Walnuss-Sorten. Sie sind groß, kugelförmig und schön geformt. Unter optimalen Bedingungen können die Nüsse sehr groß werden − bis zu 36 mm Durchmesser. Die kernfüllenden Nüsse haben ein durchschnittliches Gewicht von 11-12 g., lassen sich gut knacken und sauber aus der Schale lösen. Sie sind gut zu trocknen und zu lagern.

Der Nusskern ist auffällig hell mit einem Helligkeitsgrad des Kerns von 80 - 85%. Der wohlschmeckende Kern füllt die Schale gut aus mit einem Kernanteil bis 47%. Die Schale der Nussfrucht ist dünnwandig, mäßig gefurcht und leicht zu öffnen.

Die Fernette-Walnuss hat einen Nusskern mit hohem Nährwert und einer beachtlichen Heilmittelwirkung. Der Nusskern enthält 64 % Fett, 20 % Eiweiß, viel Vitamine sowie reichlich Mineralstoffe (u.a. Kalium, Calcium, Eisen, Magnesium und Phosphor).

In Australien, wo Fernette als Walnusssorte viel angebaut wird, erhielt diese Walnuss höchste Gesamtpunktzahlen für die Geschmacksnoten.

Erntezeitpunkt

Die Früchte des reichtragenden Walnussbaumes reifen ab Ende September bis Mitte Oktober. Kurz vor der Reife der Früchte ist noch eine dickfleischige, grüne Fruchthülle vorhanden. Erst wenn die Fruchthülle platzt und die Nuss herausfällt, ist sie auch reif und schmeckt mild und süß.

Krankheitsresistenz

Fernette ist eine besonders frostharte Walnussbaum-Sorte. Sie stellt weder an das lokale Klima noch an den Boden besondere Ansprüche. Der Walnussbaum hat gute Widerstandskraft gegenüber Anthraknose und ist wenig/ leicht krankheitsanfällig für Bakterienbrand. Auf guten Standorten ist Fernette kerngesund.

Höhenwachstum

mittelstark wachsend

Baumkrone

Kronenvolumen von 17,3m³

Blütezeit / Blattaustrieb

spät blühend, der Beginn der Vegetation und die Blüte beginnen später im Vergleich zu den Sorten Izvor 10 und Sheinovo. Geeignet für Gebiete mit niedrigen Wintertemperaturen und späten Frühlingsfrösten.

Nusssorte

protandrisch (die männlichen Blüten erscheinen vor den weiblichen)

Selbstbestäubend

nein

Befruchtersorten

gute Befruchtersorte für Chandler und Lara

Fruchtansatz

lateral tragend, daher sehr hohe Erträge

Fruchtbehang

frühzeitig reiche Erträge (deutlich höher als Franquette)

Früchte

 

groß (13 g), ca. 32-36mm, kugelige Nuss. Nach kaltem Sommer teilweise mangelnder Nahtschluss an 5 – 10% der Früchte.

Fruchtwand (die Schale bzw. das Perikarp)

dünn, mäßig gefurcht, ansprechendes Aussehen

Fruchtkern

Kerngewicht 5-6 g, Weißgrad des Kerns: 80 - 85%, gemaserte Kerne, weniger hell als Franquette, löst sich leicht aus der Schale, angenehmer Geschmack

Erntezeitpunkt

Ende September / Anfang Oktober

Fettgehalt in Nüssen

64%

Kernanteil

49-50%

Winterhärte

sehr gute Frostbeständigkeit

Spätfrost

sehr gute Widerstandsfähigkeit gegenüber Spätforst

Krankheitsanfälligkeit

 

gute Widerstandskraft gegenüber Anthraknose, wenig anfällig für Bakterienbrand